März 2014: Brownie

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März 2014: Brownie

Kaninchen müssen immer mindestens zu zweit gehalten werden! Spätestens wer einmal zwei Kaninchen dabei beobachtet hat wie sie zusammen kuscheln und sich pflegen würde dies sofort unterschreiben! Leider ist das mit dem Zusammenleben immer wieder auch so eine Sache… Schließlich wird bei einem zweigeschlechtlichen Paar meist das Männchen kastriert. Zum einen aus Kosten Gründen, zum andern aber auch weil der operative Eingriff beim männlichen Geschlecht einfach viel geringer ist wie bei einem weiblichen Tier. Nun sitzen also ein kastrierter Rammler und eine weibliche vollständig fortpflanzungsbereit und auch willige Kaninchendame zusammen in einem Käfig. Manche Kaninchen sind so völlig glücklich und entspannt – andere so wie „Blacky“ die schwarze Kaninchendame einer Kundin von uns finden die Situation völlig unerträglich und wollen permanent den männlichen Part dazu „überreden“ doch für Nachwuchs zu sorgen. Dieser ist in der Regel aber völlig uninteressiert und abweisend – schließlich fehlen nicht nur die nötigen Spermien sondern auch die nötigen Hormone um ihn in Fahrt zu bringen. Das macht die Kaninchendame natürlich völlig genervt, unausgeglichen und schließlich aggressiv – „was sitze ich den hier mit einem Langweiler zusammen?“

So auch bei Blacky und Brownie…
Der einzige Ausweg wieder Frieden, Idylle und Entspannung in das Kaninchenheim zu bringen war Brownie auch zu kastrieren. Ein großer Eingriff – aber die Mühen und Kosten allemal Wert den beiden wieder ein ausgeglichenes Zusammenleben zu ermöglichen. Also wurde Blacky eines Morgens für die große OP abgegeben. Doch wer folgte keine zwei Stunden später? Brownie! Und dass nicht einfach nur weil er seine, wenn auch ab und zu ziemlich nervige Freundin vermisst hätte – nein weil er selber ein akutes sehr großes gesundheitliches Problem hatte! Apathisch saß er da, wollte fasst nichts fressen, pinkelte wo er saß ohne anschließend weg zu hopllen und schien große Schmerzen zu haben. – Ein Röntgenbild musste schnellstens her! Hierauf entdecken wir dass seine ganze Blase voller zähem Harngrieß war, was ihm das Harnlassen sehr schmerzhaft machte. Eine Intensievterapie musste her – täglich Infusionen um den Grieß auszuschwemmen, zu Füttern um den Verdauungstrakt aktiv zu halten, Schmerztherapie um ihm das Harnlassen zu erleichtern etc. Anfangs sah es ganz ganz schlecht für den kleine Mann aus! Frauchen war schon total besorgt – „Jetzt unterziehe ich der einen so eine große OP – jetzt kann doch der andere nicht einfach schlapp machen?“
Und dieses Argument sah auch Brownie ein! Sein Zustand verbesserte sich wieder und nach einer ganzen Woche stationäre Intensievbetreuung konnte er tatsächlich wieder nach Hause entlassen werden! Das Familienglück ist nun wieder perfekt – bis auf ein kleines Manko. Der Herr muss seine Ernähung nun streng nach Harngrießdiät umstellen, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Aber auch das ist mit nun wieder positivem weiblichen Zuspruch machbar! Und somit sind Brownie und Blacky – eindeutig verdient – unsere Patienten des Monats März 2014!

Von |22. April 2014|Kategorien: Patienten des Monats|Tags: , , |